DO IT CONCRETE

Es ist des Menschen Bedürfnis, sich einzurichten. Private und öffentliche Räume werden definiert, indem sie eingehegt, abgetrennt, zugänglich gemacht, eingeebnet und beschildert werden. Es stehen unzählige Mittel zur Verfügung die es erlauben, sich einzurichten. Prototypen wie der U-Stein, ein kniehohes ca. 90 kg schweres Betonmodul, kann je nach Bedarf als Sitzgelegenheit, Tisch oder Blumenkübel verwendet werden. Von uns meist unbemerkt sind U-Steine im Stadtraum allgegenwärtig und definieren Grenzen, Parkplätze oder Wege. Betonelemente wie U-Steine und L-Steine sind das Erzeugnis einer urbanisierten Gesellschaft, in der Raum eine knappe Ressource ist, die unter Verkehrsteilnehmern aufgeteilt werden muss. Sie stehen für das Bedürfnis, Ordnung zu schaffen, indem Räume aufgeteilt und zugeschrieben, Orte definiert werden. Daför sind sie perfekt geeignet: vom Autofahrer unüberwindbar, zu hoch um vom Fußgänger leichtfertig überquert zu werden, zu schwer um beiläufig bewegt zu werden, niedrig genug um nicht störend aufzufallen.

 

DO IT CONCRETE

 

DO IT CONCRETE, 2019


DO IT YOURSELF EDITION:
Beton, Fichtenholz, Schrauben,
39 x 47,5 x 28 cm, Auflage 20 Stk.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

In dem Projekt DIC gehe ich ein Arbeitsbündnis mit dem User ein. Er erwirbt ein Set aus folgenden Bestandteilen: zwei Schalboxen aus Wellpappe (bestehend aus dem Deckel und einer faltbaren Wand, die sich umlaufend in den Deckel einsetzen lässt), einer Holzverschalung mit Schrauben zum selber zusammenbauen und zwei Edelstahlschrauben mit Gummischläuchen. [...]

Jede Verschalung aus Wellpappe ist nur einmal verwendbar und kann, muss aber nicht, nach der Aushärtung des Betons entfernt werden. Bei jedem Stück handelt es sich um ein Unikat, das aus einem gemeinsamen Schaffensprozess entsteht. Wie der User das Objekt nutzt, bleibt ihm am Ende selbst überlassen. Indem er die Fertigstellung des Objekts übernimmt, leistet er einen aktiven Beitrag zur Entstehung des Kunstwerks. [...]

Das Projekt DIC reflektiert den Menschen in seinem Wunsch, sich im urbanisierten Raum einzurichten. Das Produkt macht den Wunsch explizit, entsteht am Ende doch ein modernes Stadtmöbel. Gleichzeitig greift es den Wunsch des Selbermachens auf, indem man bei der Entstehung der Arbeit partizipiert.

 

 

Anja Voigt

"Faltungen und Systeme". Hrsg. Museum St. Wendel / Stiftung Walter Bruch. St. Wendel, 2019

DO IT CONCRETE

DIC Anleitung

 

DO IT CONCRETE

 

 

 

 

DIC-Set:

1| Holzverschalung

2| Sitzfläche

3| Kartoneinlage

4| Deckel

5| Schalbox (2x) mit Edelstahlschrauben und Gummischläuchen

 

Selber besorgen:

7| Sand

8| Zement

9| Bohrmaschine mit Quirl

10| Eimer

11| Kellen

12| Schraubendreher, Maulschlüssel/Ratsche

13| Handschuhe

14| Gipsschale

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Öffne die Holzverschalung an den vier markierten Schrauben und entferne die Schalbox.

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Damit sich die Kartonage und der Beton später voneinander lösen, bestreiche den Deckel auf der Innenseite mit Öl. Hierfür verwende ein in der Küche vorrätiges Speiseöl. Löse die Schraubverbindung und bestreiche auch die Schalbox von innen.

3|

Bringe die Schrauben wieder an. Vergiss nicht die Gummischläuche, damit sich die Schraube später wieder entfernen lässt.

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Nun stecke die Schalbox zurück in den Deckel und befestige die Holzverschalung.

5|

Stelle den Beton her. Empfohlen wird ein 1:1 Mischungsverhältnis aus Sand und Zement. Eine ausreichende Menge sind 18 Gipsschalen je Werkstoff. Mische die Materialen behutsam mit ca. 3 l Wasser zu einer zähfließenden Masse.

6|

Nimm dir ausreichend Zeit um die Form zu befüllen. Verdichte die Masse, damit der Beton in alle Ecken vordringen kann. Sorge zum Abschluss für eine glatte Oberfläche.

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Nach 5 Tagen ist der Beton durchgehärtet. Nun löse das Schalsystem ab. Das erste von zwei Betonelementen ist fertig. Nun baue das zweite Betonelement. Den Deckel müssen wir wieder verwenden. Hierfür beinhaltet das Set eine zweite

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Kartoneinlage, die in den Deckel engelegt wird. Befolge Schritte 2-8 und fertige das zweite Element an.

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Für die Montage müssen wir zu zweit sein. Die Betonelemente werden gegenüber aufgestellt. Schraube das Holzbrett mit den miteglieferten Edelstahlschrauben fest.

 


Freihandversuch zur Wärmegewinnung  (work in progress), 2019

 

 

 


AG AST − Arbeitsgemeinschaft Anastrophale Stadt, 2015

ASTLER

Inhaltsstoffe: Kleeblüten (Trifolium pratense), Schafgarben (Achillea millefolium), Schlehdorn (Prunus spinosa)
Alkohol 49 % Vol, Wasser, Zuckerlösung

 

 

Während des mehrtägigen Aufenthalts im offenen Gelände um Villingen-Schwenningen wurden Beeren und Kräuter gesammelt, bestimmt, gesichert und konserviert. Durch Ansatz- und Filtrierungsverfahren entstanden vor Ort Pflanzenextrakte, die letztlich zu einem alkoholischen Substrat transformiert wurden. Der so entstandene Likör bildet eine Essenz der Landschaft, so wie sie in der Wahrnehmung der Künstler bei ihrem Aufenthalt konstruiert wurde. Durch die jahreszeitlich vorgegebene Flora kann dem 'ASTLER' eine anregende Wirkung des Stoffwechsels, eine Stärkung der allgemeinen Abwehr und entzündungshemmende Wirkungen zugeschrieben werden.


Dieter Call & Anja Voigt

 


 

 

DIETER CALL & ANJA VOIGT - "Mobile Forschungsstation"

Max-von-Schillings-Platz / Auf - und Rückbau eines Platzes

 

Phase 1 bauliche Platzerfassung im Schillingspark Düren b. Köln
Visualisierung - 18. 5. bis 20. 5. 2013

Phase 2 der unvollendete Max von Schillings Platz wird Rückgebaut d.h. alle Materialien werden separat verwertet oder fachgerecht entsorgt.

 

Die Idee der Erschließung eines Platzes zu Ehrung Max von Schillings entstand vor dem Hintergrund seines lokalen Bezugs zum Ort Düren und dem Schillingspark. Der in Düren geborene Komponist Schillings komponierte seine erfolgreichste Oper "Mona-Lisa" im heutigen Schillingspark Düren-Gürzenich, einem in der Spätromantik angelegten Parkgelände [...]. Mit der Aktion "Auf- und Rückbau eines Platzes" wurde das Verbleiben von Schillings in der Vergessenheit temporär unterbrochen. Schillings hatte sich um eine solche Ehrung nicht verdient gemacht. [mehr]

 


 

 

DIETER CALL & ANJA VOIGT - "Mobile Forschungsstation"

Der stationäre Aufenthalt dient als Ort im Sinne eines Ausgangspunktes für künstlerisch-exploratives Arbeiten. Die Kernidee für den Einsatz der "Mobilen Forschungsstation" ist nicht nur die Schaffung eines Labors, sondern auch die Errichtung eines Habitats, welches einen Aufenthalt über eine bestimmte Zeit hinweg ermöglicht. [mehr]

 


 

Palettentisch, Projekt / Fotoarbeit, 2013

 
 

 

DIETER CALL & ANJA VOIGT - Fishfinder / "Mobile Forschungsstation"

 

AG AST - Arbeitsgemeinschaft Anastrophale Stadt Mannheim 2020

Im Mittelpunkt unserer Arbeit im Rahmen der AG AST stand die Forschung an einer zukunftsfähigen Utopie. Struktur- und Bevölkerungswandel verlangen neue Visionen für die Stadtentwicklung. Der Ansatz der AG AST bestand im Rahmen des Urban Farming Programms (UFP) in der Evaluation des Vorschlags einer innerst├Ądtischen Thunfischfarm. Der Beitrag unseres Fishfinder-Projektes sollte Auskunft über Wasserklima und einheimischen Fischbestand liefern. Mit Hilfe von Empfangs- und Aufnahmegeräten, Anlock- und Ansalzungsverfahren konnten zahlreiche, teils sehr unterschiedliche Materialien gesichtet und gesammelt werden (Bild- und Tonaufnahmen, seismographische Zeichnungen, Wasserproben, Vermessungen, etc.). [mehr]

 


 

ANJA VOIGT

Infloodie - aufblasbare Kapuze, Videoarbeit 2011
Jersey, Kunststoff - verschweißt vernäht

 

Die Kapuze in ihrer Konstruktion, umhüllt den Kopf höhlenähnlich. Die Wände aus Stoff konstruieren einen Raum. Dieser ist von seiner Beschaffenheit blickdicht, weich und wärmend, und kann flexibel, variabel und mobil eingesetzt werden. Diese zusätzliche Grenze hat die Funktion, eine Differenz zweier Sphären, Zonen zu verstärken. Die Hülle trennt ein Innen von einem Außen und besitzt gleichzeitig eine selektierende Funktion.

Der Infloodie ist ein aufblasbarer Ausrüstungsgegenstand für den Urbanen Raum. Auf den ersten Blick handelt es sich beim Infloodie um eine gewöhnliche Kapuzenjacke mit Kordel zum zubinden. Aber zwischen den zwei Lagen der Innen- und Außenkapuze befindet sich ein Kunststoffkissen. Dieses wird über ein Ventil im Kragen mit Atemluft befüllt. Die aufblas-bare Form umhüllt den Kopf und schmiegt sich an Kopf und Nacken an. In nicht auf-geblasenem Zustand erfüllt der Infloodie alle konventionellen Funktionen einer gewöhnlichen Kapuzenjacke.

 


 

 

ANJA VOIGT
Vermessungs-und Stabilisierungsmaßnahmen, Brücke von Savoyeux / Frankreich 2010

 


 

ANJA VOIGT - "Schalbox"
Stadtintervention, Monschau 2009

 


 

DIETER CALL & ANJA VOIGT - "Schienenschlitten"

Intervention stillgelegte Brücke von Savoyeux / Frankreich, Projekt / Videoarbeit, 2008

www.dietercall.com


 

DIETER CALL & ANJA VOIGT - "Brunnenwasser"

ehem. Brunnenanlage - Platz vor der Bergwerksdirektion, Saarbrücken 2008
S_A_R Projektbüro Völklingen, www.sar-projektbuero.com/